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NHL Observer

Über Topstars wie Sebastian Aho, Andrei Svechnikov, Jack Eichel, Mitch Marner, Mark Stone und natürlich über die Goalies wurde logischerweise während der NHL-Stanley-Cup-Finalserie 2026 ausführlich geschrieben. Doch wie so oft im Playoff-Hockey wurde eine Meisterschaft nicht nur von den Teamleadern getragen. Auch in der Finalserie 2026 zeigte sich erneut wie jedes Jahr und wie in jeder Playoff-Serie: Die heimlichen Stars machen oft eben auch den Unterschied. 

Die Playoffs dauern für jene Teams, die weit vorstossen, mehr als zehn Wochen. In dieser Zeit werden nicht nur Legenden bestätigt, sondern auch die etwas anderen Helden geboren. Spieler, die am Ende den Unterschied ausmachen, sind oft jene Akteure, die Trainer lieben, Mitspieler schätzen und Gegner verfluchen – obwohl sie selten die grossen Schlagzeilen dominieren: Die Rollenspieler. 

Staal, Martinook, Walker, Bussi

So einer ist Carolina-Captain Jordan Staal. Der 37-Jährige ist eigentlich einer der wertvollen Defensivcenter, aber auch ein wichtiger Spieler für das Secondary Scoring. Staal traf in den ersten fünf Finalspielen jeweils mindestens einmal und stellte damit einen historischen NHL-Bestwert für eine Finalserie ein. Doch seine wahre Bedeutung geht weit über Tore hinaus. Er gewinnt entscheidende Bullys, neutralisiert gegnerische Top-Linien, blockt Schüsse und gibt in kritischen Momenten die Richtung vor. In einer Mannschaft voller Talent ist Staal der emotionale Anführer und der verlängerte Arm seines Chefcoaches.

Aber da gibt es auch Spieler wie Jordan Martinook. Der Flügelstürmer erhält selten dieselbe Aufmerksamkeit wie die offensiven Leistungsträger. Dabei verkörpert kaum ein Spieler die Kultur von Rod Brind'Amours Mannschaft besser. Martinook spielt kompromisslos, geht jedem verlorenen Puck nach, sorgt für Energie auf der Bank und übernimmt wichtige Aufgaben im Penalty Killing. Seine Bedeutung lässt sich kaum mit Statistiken messen. Er ist einer jener Spieler, die eine Mannschaft zusammenhalten, wenn eine Playoff-Serie physisch und mental an ihre Grenzen geht.

Ein weiterer Gewinner dieser Finalserie ist Torhüter Brandon Bussi. Noch vor wenigen Wochen hätte kaum jemand damit gerechnet, dass der 28-Jährige plötzlich auf der grössten Hockeybühne der Welt stehen würde. Nachdem Frederik Andersen verletzungsbedingt ausfiel, erhielt Bussi seine Chance. Seit seinem Einsatz brachte er Ruhe und Stabilität ins Hurricanes-Tor. Danach war in den Playoffs wieder der erfahrene Andersen im Tor gesetzt und brachte das Team in die Finalserie. Und dann kam Spiel 5, als Chefcoach Rod Brind'Amour pokerte und den in der Finalserie nicht mehr so souveränen Andersen durch Brandon Bussi ersetzte - mit Erfolg. 

Ebenfalls zu den stillen Architekten des Carolina-Erfolgs gehört Sean Walker. Der Verteidiger produziert keine spektakulären Schlagzeilen und sammelt keine beeindruckenden Offensivstatistiken. Dennoch gehört er zu den wichtigsten Defensivspielern der Hurricanes. Walker übernimmt regelmässig schwierige Matchups gegen die gefährlichsten Vegas-Stürmer, schliesst Räume konsequent und sorgt mit seiner Mobilität dafür, dass Carolina das hohe Tempo seines Systems aufrechterhalten kann. Genau solche Spieler sind in langen Playoff-Läufen oft unverzichtbar.

Howden, McNabb, Karlsson

Auf der Gegenseite hat Brett Howden seinen Marktwert in diesen Playoffs weiter gesteigert. Er gehört nicht zu den ganz grossen Namen der Golden Knights, ist aber ein seit Jahren etablierter Stürmer in den Top-6 in seiner Mannschaft. Howden liefert seit Wochen konstant ab, gewinnt wichtige Zweikämpfe, bringt Energie in die unteren Linien und steuert regelmässig wichtige Tore bei. Howden verkörpert jene Tiefe im Kader, für welche die Golden Knights seit Jahren bekannt sind.

Dies gilt in der Defensivabteilung auch für Brayden McNabb. Während offensiv andere die Schlagzeilen schreiben, erledigt der routinierte Verteidiger die unangenehme Arbeit in der eigenen Zone. Er blockt Schüsse, räumt vor dem Tor auf, spielt gegen die besten Angreifer des Gegners und gehört zu den Defensivspielern mit den meisten Spielminuten in der Finalserie und auch während der gesamten Playoffs. Bei ihm merkt man ganz konkret, was Playoff-Erfahrung ausmacht. 

Besonders deutlich wurde der Wert solcher Rollenspieler auch beim Ausfall von William Karlsson. Der schwedische Center zählt seit Jahren zu den komplettesten Zwei-Weg-Stürmern der Organisation. Seine Qualitäten im Penalty Killing, seine Defensivarbeit gegen gegnerische Topl-Linien und seine Fähigkeit, schwierige Minuten zu übernehmen, machen ihn zu einem der wichtigsten Spieler im Vegas-Kader. Dass sein Fehlen vor Spiel 6 überhaupt zum Thema wurde, zeigt bereits, welchen Stellenwert er innerhalb der Mannschaft geniesst.

Joël Ch. Wuethrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der führenden Deutschen Fachpublikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen, unter anderem auch war er beim Slapshot sowie beim Top Hockey Chefredakteur und war zudem lange Jahre für den Spengler Cup strategisch in Marketing und PR sowie als Chefredaktor tätig. Joël Ch. Wuethrich leitet seit 1992 hauptberuflich eine crossmedial aufgestellte PR-Agentur und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent mit Lehrauftrag für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der Familienvater (zwei Kinder) arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.

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