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Bull-etin Zug

Der EV Zug hat Ende Juni die Verpflichtung von David Sklenička verkündet. Der 28-Jährige spielte zuletzt beim Lausanne HC und soll nun beim EVZ den einstigen Meisterhelden Niklas Hansson ersetzen. Der tschechische Verteidiger bringt viel Erfahrung mit sich und könnte sich als echter Glücksgriff von Sportchef Reto Kläy entpuppen.

David Sklenička verstärkt ab der kommenden Saison die Defensive des EV Zug.

Robert Hradil / RvS.Media

Nach Jan Kovar, Daniel Vozenilek und zuletzt Dominik Kubalik hat der EV Zug seine letzte Importspieler-Position mit einem weiteren Tschechen besetzt. Der 28-jährige Verteidiger wechselt vom Liga-Konkurrenten und Vizemeister Lausanne HC an den Zugersee. Besonders interessant: Sklenička ist bereits der dritte Tscheche im Kader, welcher seine Profikarriere beim HC Plzen lanciert hat. Wie Kovar und Kubalik begann auch seine Karriere beim HC Plzen.

Ein weitgereister Spieler

In seiner bislang elf Jahre andauernden Profikarriere hat der Verteidiger schon so einiges erlebt und in vielen Ligen gespielt. So hat Sklenička bereits in Tschechien, Finnland, Schweden, Russland, Nordamerika und in der Schweiz gespielt.

Nach vier Jahren bei Plzen und unmittelbar nach seiner ersten WM-Teilnahme mit Tschechien erhielt er 2018 einen Zweijahresvertrag bei den Montréal Canadiens. Der Sprung in die NHL blieb ihm aber verwehrt, der Vertrag wurde nach 75 AHL-Spielen (12 Skorerpunkte) im Dezember 2019 vorzeitig aufgelöst. Noch im selben Monat unterschrieb er beim finnischen KHL-Club Jokerit Helsinki. Im Februar 2022 verliess er Jokerit vorzeitig und beendete die Saison in der finnischen Liga bei Kärpät. Nach weiteren Stationen in Schweden (Brynäs IF – Saison 2022/23) und Russland (Barys Astana – Saison 2023/24) landete der Verteidiger 2024 in der Schweiz beim Lausanne HC. Dort erhielt er trotz guten Leistungen (69 Spiele, 33 Skorerpunkte) nach dem Ablauf der letzten Saison keinen neuen Vertrag mehr.

Viel Erfahrung und guter Vorlagengeber

Trotz seines Alters (28 Jahre) besitzt Sklenička durch seine Engagements in Tschechien, Schweden, Finnland, Russland und Nordamerika bereits viel Erfahrung. Hinzu kommen 82 Länderspiele mit der tschechischen Nationalmannschaft, darunter vier WM-Teilnahmen (2018, 2019, 2021 und 2022) sowie eine Olympia-Teilnahme (2022).

Wer seine Statistiken genau studiert wird feststellen, dass der Verteidiger kein Spieler für viele Tore ist. Seine Stärke, dies bewies er zuletzt auch in Lausanne, sind die Torvorlagen. Beim LHC erzielte er nur gerade drei Treffer, steuerte dafür aber 30 Vorlagen bei. Zum Vergleich: Der beste Zuger Vorlagengeber in der letzten Saison war Jan Kovar mit 27 Vorlagen. Beim LHC war Sklenička damit zweitbester Vorlagengeber hinter Topskorer Antti Suomela (38 Vorlagen).

Auch bei seinen vorhergehenden Stationen bei Brynäs (26 Assists, drittbester Vorlagengeber) und bei Barys Astana (25 Assists, bester Vorlagengeber) gehörte er zu den besten Passgebern seines Teams.

Sklenička-Transfer als Entlastung für Bengtsson

Die Verpflichtung des 28-jährigen Tschechen bedeutet auch eine Entlastung für Lukas Bengtsson, dem Zuger Marathon-Mann im Defensivverbund.  Mit Sklenička bekommt der EV Zug einen weiteren Zwei-Weg-Verteidiger, welcher ein grosses Arbeitspensum schultern kann. Beim LHC stand in der letzten Saison kein Spieler über die gesamte Saison hinweg länger auf dem Eis als Sklenička (über 1'192 Einsatzminuten) und auch in der Kategorie «Time on Ice per Game» liegt er mit 17.28 Minuten auf dem zweiten Platz. Auch in Sachen Spieleröffnung und Spielgestaltung ist der Sklenička-Transfer eine wichtige Unterstützung, da bislang zu viel vom schwedischen Alleskönner abhängig war.

Aus Zuger Sicht besonders wichtig: Der Spruch «Availability is the best ability» ist beim neuen EVZ-Verteidiger Programm. Während seines einjährigen Engagements beim LHC verpasste er nur gerade mal zwei Pflichtspiele und auch bei Barys Astana (62 von 68 Spielen bestritten) und Brynäs IF (55 von 57 Spielen bestritten) glänzte er mit wenig Absenzen.

Eine überraschende und doch logische Wahl

Im ersten Moment dürfte der Transfer viele überrascht haben, dennoch ist es eine logische Wahl. David Sklenička ist der gesuchte Zwei-Weg-Verteidiger, der in beiden Zonen seine Stärken hat und vor allem auch das Spiel aus der Defensive heraus ankurbeln kann. Der Tscheche spielt weniger spektakulär als es etwa Lukas Bengtsson tut und erinnert vom Profil her durchaus an Niklas Hansson, dessen Position er in der Mannschaft einnehmen wird. Seine Qualitäten werden in der Zuger Defensive dringend gebraucht.

Wenn der Verteidiger so spielt, wie er es beim Lausanne HC getan hat, wird der EV Zug viel Freude an seinem neuen Verteidiger haben.

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