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Bull-etin Zug

Der EV Zug hat die Playoff-Qualifikation über den Umweg Play-Ins geschafft. Nun kommt es im Playoff-Viertelfinal wieder zum Duell gegen den HC Davos. Die Vorzeichnen könnten im Vergleich zum Vorjahr kaum unterschiedlicher sein. 

Auf den EV Zug wartet im Playoff-Viertelfinal ein harter Brocken - das Duell mit dem überlegenen Quali-Sieger HC Davos.

PostFinance/KEYSTONE/Urs Flueeler

Im letzten Frühling blamierte sich der EV Zug im Playoff-Viertelfinal gegen den HC Davos bis auf die Knochen: 0:4-Aus und teils katastrophale Leistungen. Nun kommt es ein Jahr später im Viertelfinal zum gleichen Duell, nur mit anderen Vorzeichen. Der HC Davos spielte eine überragende Qualifikation und verpasste den Zuger Punkterekord aus der Saison 2020/21 nur knapp. Die Zuger hingegen haben die schlechteste Qualifikation seit der Saison 2013/14 gespielt und nach zwölf Jahren erstmals die direkte Playoff-Qualifikation verpasst.

Entsprechend geht der EVZ als (klarer) Aussenseiter in die Playoff-Serie. Und genau darin liegt die Chance. Der Druck in dieser Serie wird auf Seiten des HC Davos sein. Die Zuger haben – unter der Bedingung, dass Kampf und Einsatz stimmen – kaum etwas zu verlieren. Was aus Zuger Sicht Mut macht, sind die Auftritte in der Play-In-Serie gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers. Diese waren eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Qualifikationsendspurt. Aus Zuger Sicht scheint von einem erneuten 0:4 bis zum Überraschungscoup alles möglich. 

Die Schlüsselspieler sind gefordert

Damit der EV Zug mit dem HCD mithalten kann, müssen die Schlüsselspieler und Leistungsträger liefern. Torhüter Leonardo Genoni wird ohnehin im Mittelpunkt stehen, aber auf den Nationalspieler ist immer Verlass. Ihre Leistung bringen müssen vor allem auch die Importspieler. Bei Tomas Tatar und Daniel Vozenilek zeigte die Formkurve zuletzt nach oben, bei David Sklenicka war ebenfalls eine Stabilisierung auszumachen.

Um viel geht es für Captain Jan Kovar. Der Tscheche, welcher heute 36 Jahre alt wird, spielt um seine Zukunft. Er hat einen Vertrag bis 2027, dennoch ist seine Zukunft nach einer durchzogenen Qualifikation nicht gesichert. Starke Auftritte in den Playoffs würden dabei helfen, die Zweifel an seiner Person zu zerstreuen. Anderenfalls droht es der letzte Tanz einer waschechten EVZ-Legende zu werden – es wäre nicht der einzige Abschiedstanz. Die Zukunft von Raphael Diaz ist unklar und mit Dominik Schlumpf (Zukunft offen) und Fabrice Herzog (Lakers) werden sich zwei weitere Meisterhelden verabschieden.

Doch nicht nur die Importspieler müssen performen, auch die Schweizer Spieler sind gefordert. Mit Tobias Geisser und Fabrice Herzog konnten zwei oft kritisierte Spieler mit einem Torerfolg ihre Durststrecke beenden. Gregory Hofmann blieb zuletzt des Öfteren blass, findet er rechtzeitig zum Playoff-Start seine Form? 

Sie sind gefordert: Jan Kovar, Tomas Tatar, Daniel Vozenilek, Dominik Kubalik und David Sklenicka.

Foto: PostFinance/KEYSTONE/Peter Klaunzer

Personelle Fragen in der Verteidigung und bei den Importspielern

In der Verteidigung stehen dem Coaching Staff elf Verteidiger zur Verfügung. Verstärkungsspieler Jens Nater und die beiden Youngster Dorian Moret und Mischa Geisser werden nur zum Einsatz kommen, wenn Not am Mann ist. Bleiben acht Verteidiger übrig, in den Play-Ins musste Samuel Guerra zuschauen. Die grosse Frage ist, ob Routinier Dominik Schlumpf nach seiner Verletzung, die er in den Play-Ins erlitten hat, wieder einsatzbereit ist. Sollte er ausfallen, wird Guerra zum Handkuss kommen.

Bei den Importspielern verschärft sich der Zweikampf durch die Rückkehr von Andreas Wingerli. Der Schwede ist gemäss der Zuger Zeitung offenbar rechtzeitig zum Playoff-Start wieder fit. Acht Importspieler stehen dem Coaching Staff zur Verfügung, wobei Jakob Lilja nur im Notfall zum Einsatz kommen dürfte. Es dürfte auf einen Zweikampf zwischen Rückkehrer Wingerli und dem Tschechen Daniel Vozenilek hinauslaufen. Kovar, Sklenicka und Tatar werden ebenso gesetzt sein wie Quali-Topskorer Dominik Kubalik und Abwehrchef Lukas Bengtsson.  

Die Erinnerung an 2009

Zum Schluss lohnt sich aus Zuger Sicht auch ein Blick in die Vergangenheit. Als der EVZ letztmals von Platz 8 aus in die Playoffs startete, kippte man den Qualisieger SC Bern spektakulär aus den Playoffs. Diese Anekdote hinkt natürlich insofern, weil es damals noch keine Play-Ins gab und die Top-8 direkt für die Playoffs qualifiziert war. Aber es zeigt, dass die enttäuschende Qualifikation keineswegs bedeuten muss, dass die Zuger chancenlos sind.

Der letzte Qualifikationssieger, der im Viertelfinal hängen blieb, waren die ZSC Lions 2016. Die Lions scheiterten am achtplatzierten SC Bern, welcher danach auch Meister wurde.

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