Select your language

Das Ambri-Fieber und seine Nebenwirkungen

Ich freue mich sehr, an dieser Stelle über Aktuelles und Wichtiges rund um den Hockey Club Ambrì-Piotta zu schreiben. Das Spektrum soll sehr weit gehalten werden, entsprechend der Vielfalt dieses kleinen Klubs am Nordrand des Tessins.

von Fabiano Wey

{sitelinkxoff}Vieles hat Platz: Vom aktuellen Stand des neuen Stadions, der Nuova Valascia, oder dem ständigen Thema der "Gesundheit" des Klubs bis zum eigentlichen Kerngeschäft mit dem neu gegründeten Farmteam in der NLB und natürlich der Prima Squadra, mit all ihren Geschichten und aktuellen Entwicklungen.

Eine Konstante im Klub ist "Il Capitano" Paolo Duca. Mit einer kleinen Hommage an die Identifikationsfigur will ich in diesen Blog starten.

Bild: Robert Hradil / RvS.Media

Er steht wie kein anderer für die Tugenden des Klubs. Paolo Duca ist mit seinen 35 Jahren nicht der Schnellste und am Stock nicht der Trickreichste, aber er kämpft und läuft bis zum bitteren Ende. Durch das Überschreiten des Limits lebt er als Captain das vor, was in der Leventina erwartet wird. Seit 2008 hat er bei den Biancoblu das "C" auf der Brust. Er ist mit Abstand der Dienstälteste im Dress des HCAP. Es ist sein Klub, wo er seine Karriere so richtig begann und wohl auch dereinst beenden wird.

Geboren wurde er 1981 in Locarno. Mit dem Eishockeyspielen begann er aber in Ascona, wo er heute mit seiner Frau und den drei Kindern lebt. Dass er in Ambri, und nicht in Lugano, gelandet ist, verdankt er Rostislav Cada. Der Tscheche trainierte bis 1995 den HC Ascona. Als Cada als U-20 Trainer nach Ambrì wechselte, bestand er darauf, dass er Klein-Paolo mitnehmen darf.

Sein Gespür sollte ihm Recht geben. Unter Cada entwickelte sich Duca prächtig und debütierte mit 18 Jahren in der ersten Mannschaft. Aber just als Cada zum Headcoach der ersten Mannschaft befördert wurde, verabschiedete sich Duca aus dem Nordtessin und zog durch den Gotthard. Wie er der Gazetta dell' Ambrì einst erzählte: "Ich wollte weg aus dem Tessin und etwas Neues erleben." Der andere Hintergedanke war zu studieren und zwar in Zürich, wo er bei den ZSC Lions unterschrieb.

Sehr bald wurde er aber an den EV Zug ausgeliehen, wo er in der Folge über fünf Saisons blieb. In denen stand seine Karriere auf der Kippe. Er hatte chronische Probleme mit den Patella-Sehnen, die sich nur operativ behandeln liessen. Die kriegte er in den Griff und erlebte eine tolle Zeit in der Zentralschweiz. Trotzdem kehrte er 2007 nach Ambri zurück. Er wurde zur unbestrittenen Leaderfigur und durfte 2010 zum ersten und einzigen Mal an eine A-WM reisen.

Im Schweizer Hockey gehört er zu den grössten Kämpferfiguren oder wie er es gegenüber der Gazetta dell' Ambrì selber sagte: "Ich bin nicht langsamer geworden gegenüber früher. Ich war ganz einfach nie der Schnellste. Ich bin kein Riesentalent, bin kein super Läufer und kein begnadeter Techniker. Meine Stärken sind der Kampf und die Leidenschaft."

Genau dafür lieben sie in Ambri ihren "Capitano." Momentan ist er verletzt, aber wie man Duca kennt, wird er für seine Rückkehr bis zum Ende kämpfen.

About this

Do you already know...?