In den meisten Fällen wurden einst jene Spieler als Playoff-MVP mit der Conn-Smythe-Trophy geehrt, die statistisch oder auch subjektiv am meisten Wirkung bei den (Gewinner-) Teams erzeugten. Topskorer, Teamleader, herausragende Offensiv-Verteidiger und Goalies sind prädestiniert für diese Auszeichnung. In Einzelfällen kamen sogar Akteure – in der Regel Goalies – zu dieser Ehre, die ihre Mannschaften in die Finalspiele hexten, aber den Stanley Cup nicht gewannen (Ron Hextall 1987 oder Jean-Sébastien Giguère 2003) - 2024 aber war diesmal wieder der Fall mit Connor McDavid. Eher selten erhielten vor 2010 Rollenspieler wie beispielsweise Claude Lemieux oder Scott Stevens den „Connie Smythe“. Es werden seitdem aber auch immer wieder jene Spieler zu Playoff-MVPs, die den nicht messbaren Mehrwert bringen. Sei es mit den Impulsen, die in einer Serie für den Swing-Moment sorgen oder mit ihrer Rolle als Leistungsträger, als Vorbilder oder atmosphärische und charismatische Leaderfiguren im Team wirken. In den letzten 20 Jahren haben die Conn-Smythe-Auszeichnungen an Sidney Crosby, Justin Williams, Duncan Keith, Jonathan Toews und Ryan O'Reilly diese Marschrichtung bestätigt.
Unangenehm, fokussiert und effizient
Mit Sam Bennett wurde nach einigen Jahren Unterbruch wieder einer dieser effizienten Rollenspieler zum Playoff-MVP gekürt. Einerseits, weil auch er wie Brad Marchand in den entscheidenden Momenten mit Toren und Torbeteiligungen die verschiedenen Playoff-Runden prägte und den Impuls dafür gab, dass das vielzitierte Momentum auf Seiten der Panthers schwang. Der Kanadier hatte aber nicht nur im richtigen Moment die Impulse gesetzt, er war auch als Aggressivleader und Trashtalker effizient. Bennett wird im Team als emotionaler Taktgeber akzeptiert und geschätzt.
Bennett war der Mister Clutch der Playoffs 2025 und der beste Secondary-Skorer
Allein nur statistisch war Sam Bennett herausragend mit seinen 15 Toren (bester Torschütze der Playoffs 2025) und als siebtbester Skorer (22 Punkte, nur einen Punkt weniger als seine Teamkollegen Reinhart, Tkatchuk und Verhaeghe). Deutlich wurde sein Wert als Skorer in der Finalserie, wo er fünf Tore erzielte, davon waren deren zwei Matchwinner-Tore. Was vielen Fachleuten auch auffiel: Sam Bennett erzielte nicht nur entscheidende Treffer – er war auch an einigen massgeblich beteiligt, bei welchen er nicht einmal einen Assistpunkt erhielt. Durch sein Stellungsspiel, seine Präsenz und Störarbeit vor dem Slot sowie der Effizienz in Zweikämpfen um den Puckbesitz fiel er auch in taktischer Hinsicht auf. Was dazu kommt: Sam Bennetts Physis ist beeindruckend und er hat eigentlich nie Konditionsprobleme. Einer seiner Sprüche verdeutlicht, wie Bennett Eishockey zelebriert: „Ich schätze, letztendlich werden Spiele nicht gewonnen oder verloren, wenn man im Fitnessstudio einen Klimmzug machen kann.“ Es sei eben die Einstellung und der Kampfgeist, die Spielintelligenz und die Fähigkeit, sich genau auf den Moment fokussieren zu können und die Bestleistung abzurufen. Genau das zeichnet ihn aus und macht „Benny“ zum Playoff-Monster. Sein Teamkollege Seth Jones: „Benny ist stolz darauf, dass die Gegner ihn nicht mögen. Und: Sein Wert ist nicht nur mit Toren messbar, sondern es geht um alles, was er darüber hinaus leistet – auch ohne Puck. Seine physische Präsenz, sein Spiel über die gesamte Eisfläche, seine Bullys … er ist das komplette Paket.“
Ein Center, wie für die Playoffs gemeisselt
Viele sagen zudem, dass Sam Bennett aber auch die Panthers-DNA der letzten drei Jahre verkörpert und in sich hat: Er ist als Spieler unangenehm, fokussiert und effizient. Kurzum, Sam Bennett ist wohl einer jener Centerspieler, die als Playoff-Modell-Center durchgehen. Fazit: Die Auszeichnung mit der Conn-Smythe-Trophy war die logische Konsequenz einer herausragenden, komplett gespielten Post-Season.
Kleines, aber sehr bedeutendes Detail: Die Conn-Smythe-Auszeichnung kam für ihn zum genau richtigen Zeitpunkt: Bennett wird offiziell ab 1. Juli 2025 Free Agent. Eine baldige Verlängerung mit Florida scheint wahrscheinlich und es könnte sein, dass er freiwillig einen etwas niedrigeren Jahresdurchschnitt annimmt, um langfristig beim Team zu bleiben. Dies mit Hinblick auf die sehr vorteilhafte Steuerpolitik im Staat Florida (siehe Beitrag zur Steuerthematik).
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