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Bull-etin Zug

Beim EV Zug hat es vor Spiel 2 im Playoff-Viertelfinal mächtig gekracht: Trainer Benoit Groulx setzte Topskorer Dominik Kubalik ohne Not auf die Tribüne. Der Poker sei angesichts der Chancenwucher nicht aufgegangen, wurde im Nachgang argumentiert. Dabei ist es ein wichtiges Signal – die Gültigkeit des Leistungsprinzips. 

Dominik Kubalik musste in Spiel 2 überraschend zuschauen.

Auf dem Papier ergibt es keinen Sinn. Warum verzichtet man ausgerechnet in einem wichtigen Playoff-Spiel auf seinen besten Torschützen und Topskorer? Diese Frage dürfte sich so mancher gestellt haben, als er vor Spiel 2 auf die Aufstellung blickte. Trainer Benoit Groulx verzichtete freiwillig auf den tschechischen Topskorer Dominik Kubalik und holte stattdessen Daniel Vozenilek zurück ins Team. 

Die Frage muss erlaubt sein, wieso man zu solch einer Massnahme greift. Sie ist nicht einfach und dennoch erklärbar. Da ist zum einen seine Form. Kubalik präsentierte sich in den letzten Wochen nicht von seiner besten Seite und ist in ein Formtief gefallen. Auch Tore kamen von seiner Seite zuletzt immer seltener. Im Kalenderjahr 2026 stehen bislang sechs Skorerpunkte (drei Tore) in 22 Spiele zu Buche. Auch sein wichtiges Tor im Play-In-Hinspiel gegen die Lakers schien nicht den gewünschten Effekt gehabt zu haben. Bei Landsmann Vozenilek (fünf Skorerpunkte 2026) zeigte die Formkurve hingegen zuletzt wieder nach oben. Die Nummer 96 machte in den letzten Spielen vermehrt in positiver Hinsicht von sich reden. 

Advanced Stats «entlarven» Kubalik

Die Advanced Stats sind ein probates Mittel, um die Leistung von Spielern zu beurteilen. Sie sind nicht die ganze Wahrheit, aber sie lügen eben auch nicht. Und sie unterstützten den Ruf, welcher Kubalik ohnehin vorauseilt: Die Defensive ist nicht seine Stärke. Betrachtet man bei NL Ice Data die Advanced Stats aus den bisherigen Spielen in den Play-Inns und Playoffs, sieht man folgendes: 

Gegentore: Nur Tomas Tatar stand bei gleich vielen oder mehr Gegentoren (4) auf dem Eis wie Kubalik

Gegentore pro 60min: Mit Kubalik auf dem Eis kassiert der EVZ im Schnitt 5.56 Gegentore pro 60 Minuten. Das ist der mit grossem Abstand schlechteste Wert innerhalb des Teams, der zweitschlechteste Wert ist jener von Wingerli (3.85)

Rel. GA/60: Das Team kassiert gemäss den Advanced Stats 4.52 (!) Tore mehr mit Kubalik auf dem Eis, als wenn er nicht spielt. 

Es wäre falsch, nun nur anhand dieser Fakten seine Leistungen zu bewerten. Aber sie können einen Anhaltspunkt geben, wie seine Leistungen einzuordnen sind. Die Statistiken beziehen sich lediglich auf eine kleine Anzahl Spiele und sind (noch) nicht aussagekräftig. Aber sie bestätigen einen Eindruck, welcher im Zuger Fanlager zuletzt vermehrt zu vernehmen war.

Groulx hat richtig gehandelt

Die Statistik untermauert die Feststellung, dass Kubalik im Formtief steckt. Trotz den unbestrittenen Qualitäten Kubaliks hat der Zuger Headcoach richtig gehandelt. Das Leistungsprinzip soll gerade in den Playoffs ein Erfolgsfaktor sein, da können auch Tagesform und Momentum eine Rolle spielen. Da dürfen Namen und Rollen keine Spielgarantie darstellen. Und in einer Serie wie jener gegen Davos braucht es offensiv wie defensiv eine konzentrierte Leistung. 

Welche Qualitäten der Tscheche hat, ist bestens bekannt. Ein Spieler mit seinen Qualitäten muss aber eben auch in den Playoffs den Unterschied ausmachen können. Dass er das kann, daran bestehen keine Zweifel. Wenn der EV Zug in diese Serie zurückfinden möchte, braucht er einen Dominik Kubalik in Topform. 

Kubalik wird für das heutige Spiel 3 anstelle von Vozenilek ins Lineup zurückkehren. An Motivation dürfte es ihm nach dem Denkzettel kaum fehlen. 

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